#1785   2015  black & white 33 x 14 cm #1785 2015 black & white 33 x 14 cm

#1800  blue 37 x 12 cm #1800 blue 37 x 12 cm

#1794 Lust 2015 42 x 22 cm #1794 Lust 2015 42 x 22 cm

#1773 Envy 2015 39 x 19 cm #1773 Envy 2015 39 x 19 cm

#1823 orange vase 40 x 12 cm #1823 orange vase 40 x 12 cm

#1768 Hubris, chinese red 30 x 22cm #1768 Hubris, chinese red 30 x 22cm

#1861 Glutony 2015 39 x 28 cm #1861 Glutony 2015 39 x 28 cm

#1681 lime 2013 25,5 x 22 cm #1681 lime 2013 25,5 x 22 cm

Mushroom 2013  23 x 10 cm Mushroom 2013 23 x 10 cm

Horror Vacui 2011 47 x 40 cm Horror Vacui 2011 47 x 40 cm

#1682 2013 purple 22 x 19 cm #1682 2013 purple 22 x 19 cm

#1279 2006 orange 39 x 51 cm #1279 2006 orange 39 x 51 cm

Die sieben Todsünden (Ausstellung 2015) Die sieben Todsünden (Ausstellung 2015)

Morten Lobner Espersen | The Seven Deadly Sins | Brutto Gusto (photo _def image)

Morten Løbner Espersen

Mein gesamtes Werk steht in der dänischen Tradition der keramischen Gefäß-Herstellung, eine Geschichte, die mindestens 6000 Jahre zurückreicht. Jede Phase des Prozesses wird von Hand ausgeführt, gewunden, auf dieselbe Weise, die schon die Höhlenmenschen – Männer wie Frauen – angewendet haben. Es macht mir Freude, Teil einer solch unglaublich reichen Tradition zu sein, und es bereitet mir jedes Mal Vergnügen, wenn ich dazu einen Beitrag leiste. Die Formen, die ich mache, sind schon seit Langem einfach und doch mächtig, sodass sie einen Kontrapunkt zur Komplexität der Glasuren bilden. Ich lasse die keramischen Werkstoffe mit der Hitze interagieren, damit Texturen und Oberflächen entstehen, die einzig und allein im keramischen Prozess erzielt werden können.

In letzter Zeit habe ich die visuelle und physische Wirkung meiner Keramik auf ziemlich drastische Weise erneuert und verstärkt. Horror vacui, der Titel der Ausstellung bei Brutto Gusto, bezeichnet eine „Scheu vor der Leere“ und wird insbesondere zur Beschreibung der griechischen Vasen ab etwa 1000 v. Chr. verwendet, die den gesamten Krug mit komplexen geometrischen Mustern überziehen. Meine neuen Arbeiten bestehen aus zwei formal auf einander bezogenen Teilen, die eine archetypische Vasenform erkennen lassen, welche reichhaltig von einem dreidimensionalen Ornament umrankt ist, das sich seinerseits aus dem Krug erhebt und zu einer eigenständigen Form wird.

Ich verstehe Gefäße als neutrale, aber potente Formen. Sie bilden einmal mehr meinen Ausgangspunkt. Ich habe sublime und heftig glasierte Oberflächen verwendet, um die mächtigen Formen wie auch die Arabeske zu betonen. Die Technik, Glasuren schichtweise übereinander zu legen, ist für mich das wirksamste Instrument in dem Bemühen, komplexe Oberflächen zustande zu bringen. Sie sind reich an Nuancen und jenen keramischen Farben, die ich bevorzuge – auch äußerst matte Glasuren können mitunter in Kombination mit anderen unentbehrlich sein. Häufig brenne ich meine Arbeiten mehrfach, da die Stücke nur selten bereits nach dem ersten Glasurbrand das gewünschte Ergebnis zeigen. Eine erneute Glasur fügt dem Gefäß eine neue Schicht hinzu. Das hat jedoch seine Grenzen, die ich allerdings immer wieder überschreite, was zur vollständigen Zerstörung des Stück führen kann, da die Glasur sich buchstäblich durch den Ton frisst. Nur die Stärksten überleben.