Pokal und Flasche 2012 
 37 x 17 cm    Pokal und Flasche 2012
 37 x 17 cm   

Vase, 2015  
66 x 16 cm,  59 x 14 cm    Vase, 2015 
66 x 16 cm,  59 x 14 cm   

Gefäss 2015 
28 x 15 cm     Gefäss 2015
28 x 15 cm    

Vase 2015  
29 x 15 cm    Vase 2015 
29 x 15 cm   

Spiegel  
42 x 38 cm     Spiegel 
42 x 38 cm    

Blumenvase 2000 
23 x 16 cm Blumenvase 2000
23 x 16 cm

Blumenvase 2000 
26 x 15 cm Blumenvase 2000
26 x 15 cm

Kratervase 2003  
46 x 17 cm Kratervase 2003 
46 x 17 cm

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01Heesen

Cratervase 2003 
46 x 17 cm

Bernard Heesen

Auf dem Weg nach Leerdam im Jahr 1984. Nach der Wegbeschreibung liegt das ehemalige Wasserschöpfwerk De Oude Horn rechts der Linge. Das stillgelegte Werk dient seit einigen Jahren dem Glaskünstler Willem Heesen als Atelier. Glas interessiert mich eigentlich nicht sonderlich. Für mich ist es viel Getue um eine zähe Flüssigkeit, keine Kunst. Mein Besuch in dem Atelier ändert nichts an meiner Meinung.

Zwei Jahre später gehe ich durch die Säle des Museum Boijmans Van Beuningen und betrachte wild durcheinander schwankendes Glaswerk. Auf der Stelle bin ich vernarrt in die Dronken Bokalen (betrunkene Pokale) aus dem Jahr 1985 von Bernard Heesen, dem Sohn von Willem.

Abermals fahre ich Richtung Leerdam. Versunken im blühenden Wiesenkerbel liegt seine Werkstatt. Bernard, einst zum Architekten ausgebildet, bringt die Glaswelt zum Klirren. Enorme Mengen von Glas werden in Ofen geschoben und wieder herausgezogen: Backsteine, Pokale, Kinderbäder und Damenhandtaschen. Nein, kein Getue. Wie ein Anarchist in Sachen Glas springt er mit dem Material um. Seine Objekte können ihm nicht groß, nicht schief, nicht bunt genug sein.

Am Ende der 1990er Jahre taucht Bernard in seine riesige Sammlung Lexika ein und beginnt seine Serie von enzyklopädischen Schöpfungen, zu denen er sich von den prächtigen Illustrationen der oftmals obsolten Objekte. Vergrößert, verkleinert, verfärbt, darauf kommt es nicht an, es wird allemal ein bunter Aufzug. Zur selben Zeit fängt er an, eine ganz eigene Enzyklopädie zu entwickeln: die Welt des Glasbläsers. Inzwischen sind bereits drei Teile publiziert.

Nach seiner Neuentdeckung des frühen industriell gefertigten Pressglases von Heer Jeekel (1839-1885), dem Glasfabrikanten und Bürgermeister von Leerdam, stürzte sich Bernard auf eine Wiederherstellung von klarem Pressglas. Auch verwendet er vorgefertigte Stücke, die er auf Flohmärkten oder Dachböden findet und zusammen mit selbstentworfenen Ornamenten mit Silikonkleber aneinander montiert.

 Glasarbeiten, so klar wie das Wasser des Flusses Linge. Ich habe sie in dem wunderschön restaurierten Glasatelier De Oude Horn gesehen. Über Glas denke ich schon einiger Zeit anders.

Geer Pouls, September 2012