59 x 35 cm Porzellan 2016 59 x 35 cm Porzellan 2016

55 x35 cm   Porzellan 2016 55 x35 cm   Porzellan 2016

39 x 25 cm Porzellan 201 39 x 25 cm Porzellan 201

36 x 32 cm   Porzellan 2016 36 x 32 cm   Porzellan 2016

Porzellan, Sand, 2014
32 x 19 cm 
Porzellan, Sand, 2014
32 x 19 cm

Porzellan, Sand, 2014
41  x 19 cm
Porzellan, Sand, 2014
41 x 19 cm

Porzellan, Sand, 2014
44 x 30 cm
Porzellan, Sand, 2014
44 x 30 cm

Porzellan, Sand, 2014
49  x 30 cm
Porzellan, Sand, 2014
49 x 30 cm

Porzellan, Sand, 2013
36 x 30 cm
Porzellan, Sand, 2013
36 x 30 cm

Porzellan, 2012
56 x 16 cm
Porzellan, 2012
56 x 16 cm

Porzellan, 2013 
62 x 23 cm
Porzellan, 2013
62 x 23 cm

Porzellan, Sand, 2014
56 x 40 x 40 cm 
Porzellan, Sand, 2014
56 x 40 x 40 cm

Steinzeug, Porzellan, 2014
67 x 25 cm 
Steinzeug, Porzellan, 2014
67 x 25 cm

Steinzeug, Porzellan, 2014
61 x 25 cm, 67 x 25 cm
Steinzeug, Porzellan, 2014
61 x 25 cm, 67 x 25 cm

Steinzeug, Porzellan, 2014 61 x 25 cm
Steinzeug, Porzellan, 2014 61 x 25 cm

Ausstellungsüberblick 2016 Ausstellungsüberblick 2016

59 x 35 cm china 2016

59 x 35 cm china 2016

Johannes Nagel

Der Raum – die greifende Bewegung

Keramische Schutzhüllen, greifbare Gefäße, erfassbare Räume, verbeulte Behältnisse, unerklärliche Vorratsspeicher – die Formen sind immer sprechende Objekte, kenntlich als Vasen, Flaschen, Bottiche, Fässer, Schläuche.
Nur der selbsterklärende Verwendungszweck wird nicht mitgeliefert. Das sind nicht einfach nur Aufbewahrungsobjekte aus Porzellan. Es sind Behälter mit offensichtlicher Individualität und in Maßen rätselhaft. Sie sind raus aus der Zeit. Die Gefäße assoziieren archaische Gerätschaften oder den Nestbau mit groben Wandverschmierungen in natürlichen Höhlungen. Sie erinnern an Naturformen, an sezierte und fest konservierte Organe oder große gepanzerte Früchte mit harten Schalen.
Die porzellanen Ab- und Ausgüsse sind Umformungen des Lebendigen, der Bewegung, ein gestisches Umgreifen der Hohlform. Alles ist in scheinbarer Unwucht verschoben. Die Objekte sind mit kalkiger Haut ummantelt, die Glasuren von tiefen Krakele durchzogen. Die Oberflächen zeigen sich schrundig, rissig und stumpf. Farbnasen laufen über verwischte Bemalungen, selten schimmern fragmentarische Ornamente durch.
Kein Beiwerk, nichts Dekoratives – diese Keramik ist lebendig und fordernd. Das sind Anmaßungen, nicht nur räumlich, auch mit zeitlich einzuhaltenden Mindestabständen. Keramiken als mobile meditative Räume, Denkgefäße, Ideenbehältnisse, ausgestülpte Höhlen als Vorratsbehälter.

Johannes Nagel zeigt den Missing Link, die Verbindung zwischen der gedrehten und der gebauten Keramik, eine freihändige Architektur. Die negative Sandburg ist die Höhle. Nagel gräbt in das Sediment statisch grenzwertige, nicht einsehbare Bauten, nur zu erfühlende Formen. Die greifende Hand vollzieht eine einfache Drehung, eine abgebrochene Rotation, nur ein Schwung, ein einmalig gezeichneter Bogen, kein Kreiseln, nur halbe und viertel Pirouetten. Die ausgegriffenen Höhlengänge werden formstabil ausgegossen. Die Bewegung des nachvollziehbaren Handgriffes wird in dem gebrannten Gefäß verständlich gespeichert. Der fluide Zustand findet in der erstarrten Bewegung die Balance .

Rüdiger Giebler, 19. Februar 2014

Follow Brutto Gusto on Artsy